Vatikan gegen US-Angriff auf den Irak

"Gesetz des Dschungels"

Die Führung der katholischen Weltkirche hat sich in scharfen Worten gegen einen drohenden US-Militärangriff auf den Irak ausgesprochen. Der vatikanische "Außenminister", Kardinalstaatssekretär Jean-Louis Tauran, sagte, kein Land habe das Recht, einseitig und ohne Absprache mit den Vereinten Nationen zu den Waffen zu greifen.

"Wenn das so wäre, würde das ganze System internationaler Regelungen zusammenbrechen. Es bestünde die Gefahr, dass das Gesetz des Dschungels herrscht", sagte er in einem Interview mit der römischen Zeitung "Corriere della Sera".

 

"Ein Präventivkrieg ist in der Charta der Vereinten Nationen nicht vorgesehen", meinte Tauran weiter. Er habe Washington bereits vor zwei Monaten die Notwendigkeit zum Dialog erläutert. "Es muss alles getan werden, damit dieser Angriff, von dem immer mehr gesprochen wird, nicht stattfindet."

Auch Papst Johannes Paul II. (82) gilt als strikter Kriegsgegner. Er hatte jüngst vor einer "schier endlosen Kette von Gewalttaten und Racheakten" im Nahen Osten gewarnt. Der Papst hatte sich im vergangenen Jahr bereits energisch gegen den Afghanistan-Krieg gestellt und auch 1991 den Golfkrieg verurteilt.