USA wollen alleinige Kontrolle über den Irak  (t-news 21.2.03)

Nach einem Sturz der irakischen Führung wollen die USA einem Zeitungsbericht zufolge die völlige Kontrolle über das Land übernehmen. Die Führung einer Übergangs-Regierung sollen keine irakischen Oppositions-Politiker übernehmen, sondern ein ziviler Verwalter aus den USA. Zunächst soll der ehemalige General Jay M. Garner diesen Posten besetzen. Er würde für den Wiederaufbau des Landes zuständig sein und die Verteilung von Hilfsgütern leiten, berichtet die "Washington Post".

US-Verwalter teilt sich Macht zunächst mit US-General
Sobald das Militär die Sicherheit im Lande hergestellt und die Massenvernichtungswaffen zerstört habe, solle ein anderer Verwalter den Job übernehmen. Dafür werde ein US-Bürger "mit Format" gesucht, etwa ein ehemaliger Gouverneur oder Botschafter. Die Macht teilt sich der Verwalter im Falle eines US-Sieges erst einmal mit General Tommy Franks. Der Oberbefehlshaber der US-Truppen im Nahen Osten und Afghanistan werde der Militärverwaltung vorstehen, solange US-Soldaten im Irak seien.

Oppositionelle Iraker wollten Regierung bilden
Wie das Blatt weiter berichtete, lehnten die USA das Angebot von oppositionellen Exil-Irakern ab, die eine Übergangsregierung bilden wollten. Dafür hatten sich unter anderem Vertreter des Irakischen Nationalkongresses (INC) ausgesprochen. Dem Chef des INC, Ahmed Chalabi, sei deutlich gemacht worden, dass jeder Schritt in diese Richtung das Ende der Beziehungen zwischen den USA und dem Kongress zur Folge hätte.

 

US-Militär jetzt bereit für Irak-Invasion
Nach Worten von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sind die US-Streitkräfte am Persischen Golf für eine Invasion des Irak einsatzbereit. Potenzial und Strategie für einen Militärschlag seien vorhanden. Wenn Präsident George W. Bush diese Entscheidung treffe, sei das Verteidigungsministerium bereit, sagte Rumsfeld in einem Interview mit dem US-Sender PBS.

Rumsfeld: Es wird eine große Koalition geben
Rumsfeld wiederholte die Ansicht, dass sich weitere Staaten einem Militäreinsatz anschließen würden. "Es wird eine große Koalition geben", sagte er. Das US-Militär sei auch darauf vorbereitet, dass der Streit um eine Nutzung von türkischen Basen für den Aufbau einer Nordfront nicht beigelegt werden könne. "Wir machen es auf eine andere Art", sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen. Es gebe umfassende Pläne, die eine große Bandbreite von Kriegsverläufen berücksichtigten, von einer Massenkapitulation irakischer Truppen über den Einsatz von chemischen und biologischen Waffen durch Saddam Hussein bis hin zu einem Häuserkampf in einer "Festung Bagdad".

Mehr als 150.000 Soldaten in der Golf-Region
US-Militärkreisen zufolge haben die USA und Großbritannien mehr als 150.000 Soldaten, Dutzende Kriegsschiffe und hunderte Flugzeuge in der Golf-Region zusammengezogen. Bis Ende Februar könnte diese Zahl auf mehr als 200.000 anwachsen. Zu den Streitkräften sollen in Kürze insgesamt sechs Flugzeugträger gehören, davon fünf aus den USA und einer aus Großbritannien.

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rtr