USA starten Luftoffensive (t-news 21.3.03)

Die große Luftoffensive gegen den Irak hat begonnen. Bagdad lag während einer ersten US-Angriffswelle unter massivem Bombardement. Schwere Explosionen erschütterten die Hauptstadt, Rauchschwaden hängen immer noch in der Luft. Das Regierungsviertel steht in Flammen. Zahlreiche Raketen schlugen in die Palastanlagen des irakischen Präsidenten Saddam Hussein ein.In den nächsten 24 Stunden sind Angriffe auf mehrere hundert Ziele im gesamten Land geplant.

Rumsfeld: Irakische Führung verliert Kontrolle
Das US-Verteidigungsministerium hat sich derweil optimistisch über den Verlauf des Krieges geäußert. Das irakische Regime beginne, die Kontrolle über das Land zu verlieren, sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Die Konfusion der irakischen Militärs werde größer, da sie immer weniger erkennen könnten, was an den Fronten geschehe. "Es verläuft alles nach Plan und wir marschieren auf Bagdad zu", sagte der Minister. Nach einem Bericht der "New York Times" haben sich der Kommandeur der 51. irakischen Division und sein Stellvertreter im Südirak ergeben.

Bombardement auch im Norden
Auch auf die irakischen Öl-Städte Mosul und Kirkuk im Norden des Landes, sowie Basra und Nassirijah im Süden fielen Bomben. Die USA setzten dabei offenbar erstmals die schweren B-52-Bomber ein. Während aus Mosul Augenzeugen von Luftabwehrfeuer berichten, steigt über Kirkuk Rauch auf. Bisher wurden lediglich zwei Verletzte gemeldet. Eine Rakete schlug nach Angaben iranischer Regierungskreise auch in ein Lager einer iranischen Ölraffinerie an der Grenze zum Irak ein.

"Schock- und Einschüchterung"
"Der Luftkrieg im Irak hat begonnen (...) Es wird keine sicheren Plätze mehr geben im Irak", erklärte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Abend in Washington. Berichten zufolge soll das Bombardement 48 Stunden lang andauern. Washington hat damit die angekündigte "Schock- und Einschüchterungsphase" ("shock and awe") eingeleitet, mit der das irakische Militär zur Aufgabe gezwungen werden soll. In den folgenden Stunden würden mehrere hundert militärische Ziele angegriffen, sagte US-Generalstabschef Richard Myers. Dabei könnten bis zu 3000 satellitengesteuerte Bomben aus der Luft und Marschflugkörper von See abgefeuert werden, hieß es in Washington. Zum Vergleich: Während der ersten Welle der Angriffe wurden laut Militärangaben 320 Raketen auf Bagdad und Umgebung abgefeuert.

Bodentruppen rücken vor
Bei ihrer Bodenoffensive sollen amerikanische und britische Truppen rund 200 Kilometer tief in irakisches Gebiet vorgedrungen sein. Nach Aussagen Rumsfelds nahmen die Verbände die Hafenstadt Umm Kasr in Südirak ein. Britische Truppen rückten zur Hafenstadt Basra vor. Das Militär besetzte zudem wichtige Anlagen der Ölindustrie des Landes. Ein Sprecher der britischen Truppen in Katar sagte, die Soldaten könnten in drei bis vier Tagen die irakische Hauptstadt Bagdad erreichen. Reporter berichteten von teils heftigem Widerstand irakischer Streitkräfte.

Widerstand der Iraker
Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass der Widerstand der irakischen Streitkräfte in sich zusammenfalle. Etwa 250 irakische Soldaten seien gefangen genommen worden. Hoon bestätigte, dass die Ölanlagen in intaktem Zustand gesichert wurden. Der britische Premierminister Tony Blair sagte in Brüssel: "Die Militäroperation scheint gut zu verlaufen." Allerdings müsse mit weiterem Widerstand gerechnet werden. "Wir werden unsere Ziele nicht über Nacht erreichen", erklärte Blair.

Irak setzt Kopfgeld für getötete Soldaten aus
Nach amerikanischen Angaben wurde ein Marine-Infanterist im Kampf getötet. Der Soldat soll nach Informationen des Fernsehsenders MSNBC einer Einheit angehört haben, die auf dem Vormarsch zum Rumeila-Ölfeld nördlich der kuwaitischen Grenze war. Die irakische Führung setzte nach einer Meldung der amtlichen Bagdader Nachrichtenagentur INA eine Belohnung für jeden getöteten und gefangen genommenen alliierten Soldaten aus

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