USA fordern Abzug der UN-Inspekteure

Die USA haben den Vereinten Nationen (UN) empfohlen, ihre Waffeninspektoren aus dem Irak abzuziehen. Die Empfehlung sei an die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) und auch an die Waffeninspektoren unter Leitung von Hans Blix (UNMOVI)C gerichtet gewesen, sagte der IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei am Montag. Bislang haben die UN jedoch noch Anweisungen gegeben, mit der Evakuierung zu beginnen. Damit zeichnet sich möglicherweise ein letztes Tauziehen zwischen USA und UN ab. Der UN-Sicherheitsrat setzte umgehend eine Dringlichkeitssitzung an.


UN-Inspektoren weigern sich
Derweil traten die UN-Waffeninspekteure Spekulationen entgegen, sie hätten wegen der amerikanisch-britischen Kriegsvorbereitungen bereits mit dem Abzug der Waffenkontrolleure begonnen. "Wir haben keinerlei Weisung, mit Evakuierungen zu beginnen", erklärte der Sprecher der UN- Waffenkontrollkommission (UNMOVIC) in Bagdad, Hiro Ueki. Nach Angaben des irakischen Behörden waren die Inspekteure am Montag in insgesamt sechs irakischen Einrichtungen aktiv. Blix hatte ursprünglich geplant, dem Weltsicherheitsrat am (heutigen) Montag einen Bericht mit ausstehenden Fragen zur Abrüstung des irakischen Regimes vorzulegen. Ob dieser Plan aufrecht erhalten bleibt, war zunächst unklar.

Entscheidung über weiteres Vorgehen liegt bei Blix und Baradei
In UN-Kreisen gilt es als wahrscheinlich, dass der Rat bei seiner Dringlichkeitssitzung den beiden obersten Waffenkontrolleuren freistellt, ihre Mitarbeiter in Sicherheit zu bringen. Die Entscheidung darüber will Blix nach Rücksprache mit UN-Generalsekretär Kofi Annan fällen. Wie aus UNO-Kreisen verlautete, halten sich derzeit etwa 135 Inspektoren der UNO in Irak auf.

Patrouillen entlang kuwaitisch-irakischer Grenze eingestellt
Allerdings hatten die UN-Beobachter entlang der kuwaitisch-irakischen Grenze am Montag alle Patrouillen eingestellt. UN-Sprecher Daljeet Bagga erklärte dazu, alle rund 800 Mitarbeiter vor Ort seien in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Die UN hätten die Alarmstufe auf vier angehoben, bei Alarmstufe fünf würden sie das Land verlassen, hieß es.

"Der Welt muss ein Krieg erspart bleiben"
ElBaradei verlieh gleichzeitig seiner Hoffnung Ausdruck, dass ein Irak-Krieg trotz der jüngsten Entwicklungen noch verhindert werden könne. Der Welt müsse ein Krieg erspart bleiben. Aus UN-Kreisen hatte es schon früher geheißen, die insgesamt rund 200 Waffeninspekteure könnten im Notfall binnen 48 Stunden abgezogen werden.

Diplomaten werden abgezogen
Das amerikanische Außenministerium ordnete am Sonntag den Abzug aller "entbehrlichen" Diplomaten aus Israel, Syrien und Kuwait an. Auch Großbritannien forderte seine Bürger zum Verlassen des Irak auf. Deutschland schloss am Montag seine Botschaft in Bagdad. Das Personal wurde nach Jordanien ausgeflogen.

Berlin, Paris