Überbringt General Franks das "Ready Now"? (t-news)

Der für den Irak zuständige US-General Tommy Franks will laut "Washington Post" Präsident George W. Bush heute über den Stand der amerikanischen Truppenkonzentration in der Golfregion unterrichten. Beobachter gehen davon aus, dass der Aufmarsch in wenigen Tagen abgeschlossen ist. Aus militärischer Sicht würde einem Krieg gegen das Regime von Saddam Hussein damit nichts mehr im Wege stehen. Unterdessen arbeiten Strategen des Pentagons an alternativen Szenarien für einen Waffengang im Irak.

"Post": Voraustrupps bereits im Irak
Wie die Zeitung unter Berufung auf hohe US-Militärangehörige weiter berichtet, operieren zwei US-Spezialeinheiten bereits seit etwa einem Monat im Irak und den Grenzgebieten. Sie treffen Vorbereitungen, die einen schnellen Vormarsch von Bodentruppen ermöglichen sollen. Über die Mannschaftsstärke wurde nichts bekannt. Die speziell ausgebildeten Soldaten knüpften auch Kontakte zu irakischen Oppositionsgruppen. Bestandteil der Aufgaben sei auch, im Ernstfall den Abschuss von Raketen aus dem Irak gegen Israel zu verhindern.

Neue Kriegsszenarien in der Planung
Die Experten des Pentagon arbeiten an einer alternativen Taktik für den Krieg. Bislang gingen Militärexperten davon aus, dass ein Waffengang gegen Saddam Husein mit einem massiven Luftschlag beginnen würde - genauso wie der Golfkrieg im Jahre 1991. Jüngste Planungen sehen hingegen offenbar vor, weite Teile des Landes zu besetzen und die Hauptstadt Bagdad einzukesseln.

Experten: Iraks Armee ist schwach
Die US-Militärs rechnen laut "Post" mit nur geringem Widerstand der allgemein als schwach eingeschätzten irakischen Armee in der Wüste. Saddams Heimatstadt Tikrit im Norden des Iraks könnte von US-Truppen sogar erreicht werden, ohne einen einzigen Schuss abzugeben, glauben die Kriegsplaner. Die als kampfstark geltende "Republikanische Garde" könnte sich hingegen in die Hauptstadt zurückziehen. Erst wenn der Kessel um Bagdad geschlossen wäre, soll laut diesem Szenario ein massiver Einsatz von Cruise Missiles und anderer Luftstreitkräfte beginnen. Möglich wäre es in diesem Falle auch, Saddam Hussein die kampflose Übergabe seiner eingeschlossenen Hauptstadt anzubieten.

Massive Luftschläge sollten Kampfeswillen brechen
Bisher bekannt gewordene Pläne des US-Verteidigungsministeriums sahen einen massiven Einsatz der Luftstreitkräfte zu Beginn des Krieges vor. Einem US-Fernsehbericht zufolge war der Abschuss von 300 bis 400 Marschflugkörpern am ersten Tag eines möglichen Kriegs gegen den Irak vorgesehen, mehr als während des gesamten Golfkriegs 1991 abgefeuert wurden. In dem CBS-Bericht hieß es weiter: "Für den zweiten Tag sieht der Plan den Start von weiteren drei- bis vierhundert Marschflugkörpern vor."

Ziel: Psychologische Zerstörung des Feindes
Der US-Fernsehsender CBS berichtete unter Berufung auf Verteidigungskreise, der bis zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlichste Kampfplan mit dem Titel "shock and awe" (etwa: Schockieren und Ehrfurcht einflößen) konzentriere sich auf die psychologische Zerstörung des Feindes, weniger auf die physische Zerstörung seiner Armee.

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