Skepsis in Sachen »11. September«

US-Wissenschaftler hinterfragen die offizielle
Darstellung des Angriffs auf die New Yorker
Zwillingstürme

Ralf Wurzbacher

Die Gemeinde der sogenannten 9/11-Skeptiker gewinnt immer mehr Anhänger in
der akademischen Welt. Wie das online-Portal »yahoo.com« am Montag
berichtete, haben sich Ende vergangener Woche mehrere namhafte US-
amerikanische Wissenschaftler zu der Gruppe »Scholars for 9/11 Truth« mit
dem Ziel zusammengeschlossen, Licht ins Dunkel um die Geschehnisse des 11.
September 2001 in den USA zu bringen. In einer am Freitag veröffentlichten
Erklärung bezeichnen die rund 60 Gründungsmitglieder die offizielle
Version der Terrorattacken auf das Word Trade Center (WTC) und das
Pentagon als »blinden Alarm«, mit dem von den eigentlichen Tätern
abgelenkt werden sollte. Neben zahlreichen Professoren, Dozenten und
Studenten aus den Bereichen Naturwissenschaften, Geschichte, Politologie,
Psychologie und Philosophie gehören auch ehemalige Insider des
militärisch-industriellen Komplexes und der Geheimdienstszene zu den
Erstunterzeichnern.

Nach ihrer Überzeugung zeichnet nicht eine Handvoll durchgeknallter
Islamisten im Auftrag von Osama bin Laden für die Angriffe verantwortlich.
Vielmehr wären die Mitwisser, wenn nicht gar Urheber der Verbrechen im
engsten Kreis oder im Umfeld der US-Administration zu suchen. »Wir
glauben, daß führende Regierungsbeamte entscheidende Informationen (…)
verheimlicht haben. Wir glauben, daß diese Ereignisse von der Regierung
inszeniert worden sein könnten, um das amerikanische Volk zu manipulieren
und zur Unterstützung ihrer Innen- und Außenpolitik zu bewegen«, heißt es
in der Stellungnahme. Wegen der möglichen Verstrickung der Bush-Regierung
sei das Weiße Haus nicht in der Lage, »gegen sich selbst zu ermitteln«,
weshalb man hoffe, daß der »Kongreß eine verantwortungslose Regierung zur
Rechenschaft zieht«. Komme es dazu, würden einer der »größten Betrugsfälle
der Geschichte vor den Augen der Welt entblößt und die Täter entlarvt«.

Angeführt werden die »Scholars for 9/11 Truth« von Jim Fetzer,
Philosophieprofessor an der University of Minnesota in Duluth, und Steven
Earl Jones, Physiker an der Brigham Young University in Utah. Während sich
Fetzer seit Jahren mit der – mutmaßlich von der CIA ausgeheckten –
Ermordung John F. Kennedys befaßt, machte Jones im vergangenen Herbst mit
einem Gutachten zur Einsturzursache der Zwillingstürme sowie des erst
Stunden später unter rätselhaften Umständen zu Boden gegangenen WTC7-
Gebäudes von sich reden. In seiner selbst von den Mainstreammedien
beachteten Expertise gelangte er zu dem Schluß, daß alle drei Hochhäuser
durch eine kontrollierte Sprengung zum Einsturz gebracht worden sein
müssen.

Niemals zuvor seien stahlumrahmte Hochhäuser infolge von Feuereinwirkung
eingestürzt, bekräftigt Jones auch in der Gründungserklärung vom Freitag.
Selbst brennendes Kerosin erreiche nicht annähernd die Temperatur, die
Stahl zum Schmelzen bringt. Gleichwohl sei in den Trümmern von WTC7
geschmolzener Stahl geborgen worden, was – mangels Flugzeugeinschlag – nur
auf eine Explosion zurückgeführt werden könne, so Jones. Auch Aussagen von
Feuerwehrleuten über Explosionsgeräusche sowie Bild- und Filmaufnahmen von
unterhalb der Flugzeugeinschläge aus der Fassade drängenden Verpuffungen
unmittelbar vor dem Einsturz sollen seine These belegen.

Diesen und anderen Rätseln will die Gruppe in Zukunft mit weiteren
Studien, Vorträgen und Konferenzen auf den Grund gehen. Ob und wieviel
davon an eine breitere Öffentlichkeit gelangt, bleibt abzuwarten. Immerhin
versprechen zwei Namen auf der Liste der Gründungsmitglieder einiges an
Aufmerksamkeit: Robert M. Bowman, einst hochrangiger US-Militär und
ehemaliger Direktor des US-»Star-Wars«-Programm, sowie Morgan Reynolds,
der früher als Chefökonom im Arbeitsministerium während George W. Bushs
erster Amtszeit tätig war. Dazu gesellt sich noch der deutsche Exminister
und Geheimdienstkenner Andreas von Bülow. Alle drei sollten nur zu genau
wissen, wie in den USA Regierungsgeschäfte gemacht werden. Ralf Wurzbacher

* »Scholars for 9/11 Truth«
im Internet:  www.st911.org

Quelle:  junge welt, 02.02.2006, S. 7
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