Schriftsteller unterstützen israelische Kampfpiloten
36 prominente israelische Autoren haben sich öffentlich hinter eine Gruppe von Luftwaffen-Piloten gestellt, die Angriffe in dicht besiedelten Palästinensergebieten ablehnen. Regierung und Militärführung sollten auf die Piloten hören, selbst wenn es um Angriffe auf Terroristen gehe, erklärten die Schriftsteller. Israel müsse sich ohne Unterlass um Verhandlungen mit den Palästinensern bemühen, um die Besetzung der Gebiete zu beenden.

Angriffe "unmoralisch und illegal"
27 Piloten hatten in der vergangenen Woche in einem offenen Brief an Luftwaffenchef Dan Haluz geschrieben, Befehle zu Angriffen in Wohngebieten seien "unmoralisch und illegal". "Mit einer Axt kann man keine chirurgische Operation ausführen, egal wie qualifiziert der Chirurg ist", sagte ein Verweigerer unter Anspielung auf die umstrittenen gezielten Tötungen militanter Palästinenser.

Vom Dienst suspendiert
Die israelische Luftwaffe entließ daraufhin sieben der Kampfpiloten. Die restlichen Unterzeichner wurden vom Dienst suspendiert. Luftwaffenchef Dan Halutz warf den Piloten vor, "der israelischen Demokratie ein Messer in den Rücken gestoßen zu haben". Ministerpräsident Ariel Scharon sprach von einem "schwerwiegenden Vorfall". Armeeangehörige dürften sich nicht in politische Angelegenheiten einmischen.

Starker öffentlicher Druck auf die Piloten
Zwei Luftwaffen-Piloten zogen ihre Unterschrift unter das Dokument mittlerweile zurück, wie der Onlinedienst der israelischen Tageszeitung "Haaretz" meldet. Zwei Piloten der Reserve unterschrieben jedoch den Aufruf, "trotz und wegen der öffentlichen Anfeindungen" denen ihre Kameraden ausgesetzt seien.

550 Soldaten mit "Courage to Refuse"
Bereits vor anderthalb Jahren hatten israelische Offiziere die Initiative "Courage to Refuse" gegründet. Sie ist die größte Gruppe innerhalb des israelischen Militärs, die militärische Aktionen gegen palästinensische Zivilisten ablehnt. Die 50 Mitglieder haben inzwischen 550 Unterschriften von Soldaten gesammelt. "Courage to Refuse" hofft, dass die Initiative der Flieger die Bevölkerung "aufrüttelt". Die Piloten sind in der Bevölkerung sehr angesehen.