Polen will ans irakische Öl

Anders als seine Verbündete hat Polen offenbar kein Problem, die Gründe für die Teilnahme am Krieg gegen den Irak offen auszusprechen: Das "Endziel" des polnischen Engagements im Irak sei der Zugang zu den Erdölfeldern des Landes, machte Außenminister Wlodzimierz Cimoszewicz deutlich.

 

"Unmittelbarer Zugang"
"Wir verbergen nicht, dass wir wollen, dass polnische petrochemische Unternehmen endlich unmittelbaren Zugang zu Rohstoffen haben", sagte Cimoszewicz weiter. Und die polnische Rechnung ist offenbar bereits aufgegangen: Die ehrlichen Worte sprach der Minister nach der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen dem texanischen Konzern Kellog, Brown & Root und der polnischen Erdölfirma Nafta Polska SA. In dem Vertrag geht es um die Zusammenarbeit beim Wiederaufbau des Iraks.

Eigene Besatzungszone
Polen gehörte während des Irak-Krieges mit knapp 200 Soldaten zur "Koalition der Willigen", die unter Führung der USA an dem Krieg gegen das erdölreiche Land teilnahm. Der Einsatz hat das Land als engen Bündnispartner der Amerikaner bereits politisch gestärkt. Polen soll in einer eigenen Verwaltungszone im Irak die Lage stabilisieren und den Wiederaufbau organisieren. Insgesamt sollen 2300 polnische Soldaten in einer mehr als 9000 Mann umfassenden multinationalen Truppe in der polnischen Besatzungszone eingesetzt werden.

dpa