Pentagon-Beamter über Irak-Angriff
USA würden auch alleine angreifen

Blair und Bush. Im Hintergrund Saddam Hussein (Fotos: dpa/Reuters Montage: T-Online)George W. Bush würde die US-Truppen notfalls alleine in einen Irak-Krieg schicken. Dies schreibt ein hoher Beamter des US-Verteidigungsministerium in einem Beitrag für die britische Tageszeitung Daily Telegraph.

Hoffen auf weitere Partner
Richard Perle, Vorsitzender für Verteidigungspolitik im Pentagon, wird vom Telegraph folgendermaßen zitiert: "Ich habe keine Zweifel, dass er (Bush), wenn notwendig, auch alleine handeln würde. Aber er wird nicht alleine sein, wenn die Zeit kommt."

Skepsis in Großbritannien
Mit dem Zusatz bezog sich Perle auf Großbritannien. Premierminister Tony Blair gerät im eigenen Land immer mehr unter Druck- vor allem aus den eigenen Reihen - seine Politik der bedingungslose Gefolgschaft gegenüber den Amerikanern aufzugeben. Ein Militärschlag gegen den Irak steht die Mehrheit der Briten skeptisch bis ablehnend gegenüber.

Kritik verboten
Perle erklärte, dass weder der US-Präsident noch der Premierminister von Saddams diplomatischer Charme-Offensive geblendet werden. Genauso wenig von einer schwach moralisierenden Friedens-Lobby oder den unerbetenen Ratschlägen pensionierter Generäle.

Blair unterstützt die USA - Eigene Partei dagegen

Kriegsbefürworter in Washington
Doch es gibt auch andere Meinungen über einen geplanten Angriff gegen den Irak. Heute treffen Vertreter der irakischen Opposition mit der US-Regierung zusammen. Die Exil-Politiker wollen zu einem Militärschlag gegen Saddam Hussein ermutigen und um Unterstützung für den Aufbau demokratischer Strukturen nach seinem Sturz bitten. Das verkündete ein Sprecher des Irakischen Nationalkongresses, in dem sich ein großer Teil der Opposition gegen Saddam Hussein organisiert.

Saddam sei isoliert
Die US-Streitkräfte hätten keinen Widerstand im Irak zu befürchten, sagte Scharif Ali Bin Al-Hussein vor Journalisten. "Die gesamte Bevölkerung ist gegen Saddam, einschließlich des Militärs, der Wachen und der Sicherheitskräfte. Es gibt keine einzige Person dort, die für Saddam kämpfen würde."

Kein Risiko für die Zeit nach Hussein
Die Oppositionsgruppen seien sich in ihrer Zielrichtung völlig einig, sagte Scharif und betonte: "Es besteht keinerlei Risiko für ein Auseinanderbrechen des Iraks oder einen Bürgerkrieg. Es wird kein Machtvakuum geben." Der ehemalige Investmentbanker ist ein Cousin des letzten irakischen Königs Faisal und Thronanwärter.

Zurück zu  Informationen  Startseite