Letztes Ultimatum für Saddam  (t-news)

Großbritannien und die USA wollen Saddam Hussein mit einem letzten Ultimatum vor die Wahl zwischen Exil oder Krieg stellen. Wie die Londoner "Sunday Times" unter Berufung auf hochrangige Kreise in beiden Hauptstädten am Sonntag berichtete, sollen die Details dieses Plans bei dem Treffen zwischen dem britischen Premierminister Tony Blair, US-Präsident George W. Bush und dem spanischen Regierungschef José María Aznar auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Lajes auf der Azoren-Insel Terceira besprochen werden.

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Eine kurze Zeitperiode, um aus Bagdad zu verschwinden
Saddam sollen nach den Angaben einige Tage zur Flucht gegeben werden. Blair und Bush seien zu dem Schluss gekommen, dass es offenbar keine Chance für eine zweite UN-Resolution zur Billigung eines Krieges gibt. Deshalb hätten sie sich dazu entschlossen, einen "Regimewechsel" auch ohne Zustimmung der Vereinten Nationen herbeizuführen, hieß es. "Saddam wird eine kurze Zeitperiode gegeben, um aus Bagdad zu verschwinden. Tut er dies nicht, folgt eine militärische Aktion", zitierte die Zeitung eine ihrer nicht näher benannten Quellen.

Macht Saddam auch innerhalb der Familie reinen Tisch?
Offenbar brodelt es auch innerhalb des Irak. So sollen Saddams Halbbrüder Barsan und Watban Ibrahim el Tikriti seit zehn Tagen unter Hausarrest stehen. Der Grund: Saddam hatte am 5. März - vier Tage nach dem Gipfel der Arabischen Liga in Scharm el Scheich - seine beiden Söhne Kusai und Udai sowie die beiden Halbbrüder und seinen Cousin Ali Hassan el Madschid (Spitzname "Chemie-Ali") zu sich gerufen. Bei dem Gipfel hatten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ihren Vorschlag für ein Exil Saddam Husseins vorgestellt.

"Was ist das da für eine Geschichte von deinen Freunden?"
Nach einem Bericht der in London erscheinenden arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat", fragte der Präsident Barsan el Tikriti, der enge Beziehungen zu Verantwortlichen in den VAE haben soll: "Was ist das da für eine Geschichte von deinen Freunden?". Der Halbbruder, der zuletzt Botschafter des Iraks bei den Vereinten Nationen in Genf gewesen war, habe daraufhin erklärt, er habe 20 Jahre lang geschwiegen. Er werde erst nach einem Ende von Saddams Präsidentschaft einen neuen Standpunkt haben.

Unverständliches Gemurmel
Saddam Hussein soll bei dem Treffen auch die Frage aufgeworfen haben, was wohl geschehen würde, wenn er zu Gunsten Kusais zurücktrete. Daraufhin habe El Madschid etwas Unverständliches gemurmelt. Der ältere Sohn Udai soll seinen Vater nach Angaben der Zeitung seinerseits gefragt haben, weshalb er denn nicht zu seinen Gunsten abtrete.

Kurz nach Treffen von Spezialeinheit abgeholt
"Al-Sharq Al-Awsat" zufolge wurde Barsan el Tikriti eine Stunde nach dem Ende des Treffens von Soldaten einer Spezialeinheit zu Hause abgeholt und in einem Haus im Stadtteil El Radwanija unter Hausarrest gestellt. Sein Bruder Watban sei kurze Zeit später ebenfalls dorthin gebracht worden. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf "vertrauenswürdige irakische Quellen".

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