Keine Kriegsgegner bei der Oscar-Verleihung (t-news)

Die Oscar-Akademie hat offenbar Angst vor politischen Reden. Ein probates Mittel, um das bei der nächsten Oscar-Verleihung Ende März zu verhindern: Die medien-präsenten Kriegsgegner im Filmbusiness wie George Clooney, Richard Gere, Sean Penn, Susan Sarandon oder Dustin Hoffman werden einfach nicht eingeladen. Eine Sprecherin der Akademie hat bestätigt, dass die genannten Stars derzeit nicht als Mitwirkende vorgesehen sind. Die politisch korrekte Begründung: Das liegt nicht an den politischen Ansichten und Aktivitäten der Stars.

Ungewöhnliches Vorgehen
Die Nicht-Einladungen sind trotzdem ungewöhnlich, denn bei allen prominenten Kriegsgegnern handelt es sich um Oscar-Preisträger aus den vergangenen Jahren. Normalerweise ist es da selbstverständlich, dass die Ex-Gewinner auch zur Gala kommen. Richard Gere gehört sogar zum Favoritenkreis für die begehrten Goldjungen in diesem Jahr: Er ist als bester Schauspieler für die Musical-Verfilmung "Chicago" nominiert. Allerdings hat das Organisationskomittee gerade bei ihm besondere Sorge, denn Gere nutzt öffentliche Auftritte auch gern zu politischen Statements über das von China besetzte Tibet.

JLo, Berry und Washington sind dabei
Bei anderen Stars hat das Komittee offenbar weniger Berührungsängste: In den letzten Wochen wurde bereits die Teilnahme von Stars wie Denzel Washington, Halle Berry, Jennifer Lopez, Will Smith, Renée Zellweger und Meg Ryan angekündigt. Zu ihren Auswahl-Kriterien wollte die Akademie aber keine Stellung beziehen. Auffällig ist nur, dass sich keiner dieser Stars bisher gegen einen möglichen Irak-Krieg der Amerikaner geäußert hat. Sollte das ein wesentliches Kriterium für die Einladung sein?

 

Der drohende Krieg bringt die Veranstalter ins Schwitzen
Möglich wär`s. Die Academy of Motion Picture Arts & Sciences hat einen guten Draht ins Weiße Haus. Deswegen weiß man schon heute, dass ein Angriff auf den Irak möglicherweise kurz vor dem magischen 23. März stattfinden könnte. Und diese Möglichkeit bringt die Hüter der Goldjungen in arge Bedrängnis: Sollte es die Nachrichtenlage erfordern, drohen Newsberichte rund um die Uhr auf allen Kanälen. Kaum einer würde da noch der Verleihung zusehen, so die Befürchtung. In der 75-jährigen Geschichte der Oscars wurde die Zeremonie nur drei Mal verschoben: 1938 um eine Woche wegen einer Überschwemmung in Los Angeles, dann 1968 um zwei Tage wegen der Ermordung von Martin Luther King und zuletzt 1981 um 24 Stunden wegen des Attentats auf Ronald Reagan. Fiele diesmal die Übetragung wegen des Golf-Krieges aus, fehlen Millionen Dollar aus Fernseh- und Werbeeinnahmen. Eine wirtschaftliche Katastrophe für den Veranstalter.

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