Israel wirft UN Heuchelei vor

Vor der für heute erwarteten Abstimmung über eine UN-Resolution gegen die Ausweisung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman dem Weltsicherheitsrat "Heuchelei" vorgeworfen. Das UN-Gremium sei wiederholt zusammengekommen, um das Vorgehen Israels zu verurteilen, es ignoriere jedoch palästinensische Selbstmordanschläge und bewaffnete Überfälle auf Israelis, sagte der Botschafter dem israelischen Armeerundfunk.

 

Israel drängt USA zu Veto
"Die Tatsache, dass der Sicherheitsrat wegen einer Entscheidung zur Ausweisung einer Person zusammenkommt, die nach Meinung aller ein Mörder und verantwortlich ist für eine Welle des Terrors, möglicherweise des schlimmsten Terrors im 21. Jahrhundert, ist eine Schande", erklärte Gillerman. Israel versuche derzeit noch, die USA zu einem Veto zu bewegen, allerdings sei eine Stimmenthaltung Washingtons wahrscheinlicher.

Israel will Arafat loswerden
Die israelische Regierung unter Ministerpräsident Ariel Scharon wirft Arafat vor, in Terroranschläge verwickelt zu sein. Nach zwei blutigen Selbstmordanschlägen, die 15 Israelis das Leben kosteten, beschloss die Regierung in der vergangenen Woche "im Grundsatz", Arafat auszuweisen.

Handelsminister: Mordanschlag ist legitim
Der israelische Handelsminister Ehud Olmert geht noch weiter: Er hält nach eigenen Worten einen möglichen Mordanschlag für eine "legitime" Methode, um Arafat aus dem Weg zu räumen. "Die Frage ist doch, wie man dies erreicht: Ausweisung ist eine Option. Ein Attentat ist ebenfalls eine der Optionen," sagte Olmert im israelischen Rundfunk.

 

Außenminister rudert zurück
Israels Außenminister Silvan Schalom hat die Aussage von Olmert inzwischen abgeschwächt. Eine Tötung Arafats "ist keine offizielle Politik der israelischen Regierung", sagte er.

dpa

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