Iraks neuer Premier soll für CIA gearbeitet haben (t-news 9.6.04)

Der neue irakische Ministerpräsident Ijad Allawi hat angeblich für den amerikanischen Geheimdienst CIA gearbeitet. In den frühen 90er Jahren soll Allawi für die CIA an der Planung von Sabotageakten im Irak mitgewirkt haben, berichtete die "New York Times".

Anschläge mit Autobomben im Irak
Allawi habe eine Gruppe von Agenten geleitet, die in Bagdad Bomben gelegt und Regierungseinrichtungen sabotiert hätten, berichtete das Blatt unter Berufung auf frühere CIA-Mitarbeiter. Allawis Gruppe habe mit Autobomben und anderen Sprengsätzen versucht, den damaligen Machthaber Saddam Hussein aus dem Amt zu drängen. Die Wirksamkeit der Anschläge sei jedoch umstritten gewesen - die Herrschaft Saddams war nie gefährdet.

Berichte über Opfer nie bestätigt
Die irakische Regierung unter Saddam habe damals behauptet, bei den Anschlägen seien zahlreiche Zivilisten getötet worden, so die "New York Times". Unter anderem soll ein Sprengsatz in einem Kino explodiert sein. Ob es allerdings wirklich zivile Opfer gegeben habe, sei nie bestätigt worden, weil die USA zu dem Zeitpunkt keine bedeutenden Geheimdienstquellen im Land gehabt hätten.

 

Einer der wichtigsten Männer im Irak
Allawi wurde Ende Mai zum Ministerpräsidenten der Übergangsregierung ernannt, die am 30. Juni die Macht im Irak übernehmen soll. Damit wurden er und Präsident Ghasi el Jawar auf die wichtigsten Posten gesetzt, während der frühere Favorit des US-Verteidigungsministeriums, Ahmed Chalabi, ins zweite Glied rückte. Chalabi wird verdächtigt, Geheimdienstinformationen weitergegeben zu haben.