Irakische Opposition droht USA mit Waffengewalt  (t-news 25.3.03)

Auch wenn Saddam Hussein gestürzt und seine Truppen geschlagen sind, ist der Krieg für die USA vielleicht noch nicht zu Ende. Die größte schiitische Oppositionsgruppe im Irak kündigte an, nach dem Ende des Saddam-Regimes eine amerikanische Besatzungsmacht bekämpfen zu wollen.

Besatzung wird nicht geduldet
"Die Kräfte der Koalition sind uns so lange willkommen, so lange sie dem Volk helfen, die Diktatur von Saddam Hussein zu beenden. Falls sie unser Land besetzen oder kolonialisieren wollen, werden sich die Iraker wehren", sagte der Führer der Gruppierung Oberster Rat für die Islamische Revolution im Irak, Ajatollah Mohammed Bekir el Hakim im Exil in Teheran.

Widerstand mit Waffen
Hakim bekräftigte, dass sich der Widerstand auch in Waffengewalt zeigen werde. Ihm zufolge traf seine Gruppierung jüngst mit anderen Oppositionsgruppen zusammen. Man sei übereingekommen, dass eine künftige irakische Regierung alle ethnischen und religiösen Gruppen des Irak umfassen müsse. Alle anderen Vorgaben von außen sollen zurückgewiesen werden. Er kündigte zudem an, die Verträge der jetzigen Regierung zur Ölförderung und Öllieferungen zu annullieren, falls dies im Interesse des irakischen Volkes liege.

Schiiten im Südirak nicht einig
Die Gruppierung Oberster Rat für die Islamische Revolution im Irak ist die stärkste oppositionelle Kraft im mehrheitlich von schiitischen Muslimen bewohnten Südirak. Wegen ihrer engen Bindungen an das politische Vorbild Iran, wird sie allerdings nicht von allen oppositionellen irakischen Schiiten unterstützt. In der Islamischen Republik Iran überwiegt die Glaubensrichtung der Schiiten, die auch alle politische Macht haben.