Irak wehrt sich gegen US-Vorwürfe

Der Irak-Konflikt bleibt von diplomatischem und militärischem Kräftemessen beherrscht: Während die arabischen Staaten Saddam Hussein eindringlich zur Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen gewarnt haben, wehrt sich Bagdad gegen US-Vorwürfe, wonach der Irak mit Angriffen auf amerikanische und britische Kampfflugzeuge gegen die jüngste UN-Resolution verstoßen haben soll.

 

Wehrt sich gegen US-Vorwürfe: Iraks Vizepräsident Taha Jassin Ramadan (Foto: dpa)Iraks Vize: USA eigenmächtig
Die so genannten Flugverbotszonen im Norden und Süden des Irak seien von den USA und Großbritannien eigenmächtig und ohne UN-Beschluss eingerichtet worden, sagte der irakische Vizepräsident Taha Jassin Ramadan dem arabischen Fernsehsender El Dschasira. Deshalb könne von einem Verstoß gegen die Resolution 1441 für verschärfte Waffenkontrollen im Irak überhaupt keine Rede sein.

Annan und Russland widersprichen US-Ansicht
Uno-Generalsekretär Kofi Annan hat der Ansicht der USA widersprochen, irakische Angriffe in den Flugverbotszonen seien ein Verstoß gegen die neue UNO- Resolution. Auch Russland erklärte, Zwischenfälle in den von den USA und Großbritannien eingerichteten Sperrzonen für irakische Militärflugzeuge könnten nicht als Verstoß gegen die Resolution gewertet werden. Die staatliche irakische Presse warf den USA vor, auf jeden Fall zum Angriff entschlossen zu sein. Die UNO-Abrüstungskommission bezeichnete derweil ihre Gespräche in Irak als positiv.

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US-Flugzeug über dem Irak (Foto: dpa)"Erhebliche Verletzung"
Nach ähnlichen Vorfällen am Wochenende waren am Montag nach US- Militärangaben erneut amerikanische und britische Flugzeuge bei Patrouillenflügen über dem Irak angegriffen worden. Die Flugzeuge hätten daraufhin irakische Flugabwehrstellungen bei Mosul und im Südirak bombardiert, hieß es. Der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, sprach von einer "erheblichen Verletzung" der UN-Resolution, die möglicherweise vor dem Weltsicherheitsrat zur Sprache gebracht werden soll.

Streit: Militärische oder zivile Opfer?
Nach Angaben aus London und Washington greifen die Flugzeuge bei ihren Kontrollflügen über dem Südirak und dem Kurdengebiet im Norden, nur dann militärische Ziele an, wenn sie von der irakischen Flugabwehr unter Beschuss genommen werden. Bagdad berichtet dagegen häufiger über zivile Opfer.

"Vollständige Zusammenarbeit"
Mehrere arabische Staaten haben die irakische Führung unterdessen davor gewarnt, die Arbeit der frisch in Bagdad eingetroffenen UN-Waffenkontrolleure unter der Leitung des Schweden Hans Blix zu behindern. Der saudische Ministerrat forderte die Regierung von Präsident Saddam Hussein zur "vollständigen Zusammenarbeit" mit den UN-Experten auf, um die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung in der Golfregion abzuwenden.

Araber fordern Gleichbehandlung Israels
Auf der anderen Seite appellierte der Rat aber auch an den Weltsicherheitsrat, nicht nur den Irak, sondern auch Israel zur Umsetzung aller UN-Resolutionen zu zwingen. Diese sehen unter anderem einen Abzug aus den 1967 besetzten Gebieten vor. Diese Forderung der Araber hatten am Montag in Damaskus bereits der ägyptische Präsident Husni Mubarak und Syriens Präsident Baschar el Assad erneuert.