Irak soll offenbar US-Brückenkopf werden (t-news 20.4.)

Die USA planen eine langfristige militärische Zusammenarbeit mit der zukünftigen irakischen Regierung. Das US-Militär wolle vier Militärstützpunkte im Nachkriegsirak weiter nutzen, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Militärkreise. "Es wird eine Art Langzeit-Verteidigungsbeziehung mit einem neuen Irak geben, ähnlich wie mit Afghanistan", zitierte die Zeitung einen hochrangigen Beamten aus dem Verteidigungsministerium. "Das Ausmaß muss noch festgelegt werden."

Stützpunkte an zentralen Orten gewünscht
Zu entscheiden sei noch, ob die USA umfassend ausgerüstete Stützpunkte oder nur kleine Basen betreiben oder lediglich Zugang zu solchen bekommen sollten, hieß es in den Kreisen. Das Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht nicht. Bei den anvisierten Stützpunkten gehe es um eine Basis beim internationalen Flughafen Bagdads, eine nahe Nassirijah im Süden des Landes, eine im bislang kurdisch verwalteten Norden sowie eine im Westen nahe einer Ölpipeline, berichtet die Zeitung.

Engagiert sich die Nato im Irak?
Unterdessen prüft die Nato nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Übernahme eines Einsatzes zur Friedenssicherung und zum Wiederaufbau im Irak. Im Bündnis wachse die Bereitschaft, im Irak eine Rolle zu übernehmen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf amerikanische Diplomaten sowie Kreise aus dem Berliner Kanzleramt und dem Außenministerium. Es bestünden Chancen, dass Frankreich einen solchen Einsatz des Bündnisses nicht verhindern wolle. Ein Sprecher der Bundesregierung wollte den Bericht am Samstag nicht kommentieren.

Geheime Sitzung der Nato-Botschafter
Am vergangenen Dienstag hätten die Nato-Botschafter bei einer geheimen Sitzung mit Generalsekretär Robertson über ein Irak-Engagement beraten, heißt es in dem Bericht. Zwar stehe noch keine konkrete Entscheidung an, doch habe man in der Runde der Nato-Botschaft klären wollen, "was unter den Bündnis-Mitgliedern geht und nicht geht", zitiert die Zeitung in dem Vorabbericht Kreise aus dem Brüsseler Hauptquartier.

 

 

USA wollen höchstens zwei Jahre im Irak bleiben( t-news 22.4.03)

Die USA wollen ihren Auslandseinsatz im Irak nach eigenen Angaben höchstens auf zwei Jahre ausdehnen. Der Chef der US-Behörde für Internationale Entwicklung (USAID), Andrew Natsios, kündigte damit ein anderes Vorgehen als nach dem Afghanistankrieg an, wo Hilfsprogramme für einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren veranschlagt würden.

Überbrückungshilfe von 2,5 Milliarden
Für den Wiederaufbau des Landes wollen die USA in diesem Jahr 2,5 Milliarden Dollar bereit stellen. Natsios zufolge handelt es sich um eine Hilfe zur Überbrückung bis zur Etablierung einer neuen demokratischen Regierung in Bagdad. Der Irak verfüge über potenziellen Reichtum und sei durchaus kein Dritte-Welt-Land, sagte Natsios.

USA suchen Mitfinanzierer
In den kommenden Jahren könne der Irak durch Ölverkäufe zwischen 18 und 20 Milliarden Dollar jährlich einnehmen und so die Entwicklung zu einem "Mittelklasse-Land" voran treiben. Für die Kosten des Wiederaufbaus halten die USA bereits Ausschau nach Mitfinanzierern. Im Gespräch sind unter anderem die Türkei, Saudi-Arabien, die Golf-Staaten, Japan und Deutschland. Angeblich lägen bereits Zusagen im Umfang von 1,3 Milliarden Dollar vor.

Rumsfeld: Keine Militärstützpunkte
Auch militärisch haben die USA keine Pläne für eine längerfristige Stationierung von Truppen im Irak, sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Die US-Soldaten sollten nur so lange im Irak bleiben, wie nötig sei, um das Land zu stabilisieren. Er wies Berichte zurück, wonach die US-Regierung über den Aufbau längerfristiger Militärbeziehungen mit dem Irak diskutiert hat, bei dem sie Flugplätze in Bagdad und anderen Orten nutzen könnten.