Bericht: Irak-Krieg schon 2001 beschlossene Sache (t-online 4.4.04)

US-Präsident Bush und der britische Premier Blair (Foto: Reuters)
US-Präsident Bush und der britische Premier Blair (Foto: Reuters)
US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair sollen den Krieg gegen den Irak bereits im Jahr 2001 in einem "Geheimpakt" vereinbart haben. Das berichtet der "Observer" unter Berufung auf den ehemaligen britischen Botschafter in Washington, Sir Christopher Meyer. Bush und Blair hätten schon neun Tage nach den Terroranschlägen vom 11. September im Weißen Haus über einen möglichen Schlag gegen den irakischen Machthaber Saddam Hussein gesprochen, so die Zeitung.

Kriegspläne beim Dinner geschmiedet?
"Wenn wir mit Afghanistan fertig sind, müssen wir auf den Irak zurückkommen", soll Bush nach Angaben Meyers, der bei dem Dinner der beiden Staatsmänner dabei gewesen sei, gesagt haben. Blair habe keine Einwände erhoben. Der britische Premier habe auch nie daran geglaubt, dass Saddam ohne Krieg seine Macht und seine vermeintlichen Massenvernichtungswaffen aufgeben werde, so der Botschafter laut "Observer".

Blair soll Öffentlichkeit getäuscht haben
Diese Unterhaltung zeige, so das Blatt, dass der britische Premierminister bereits vor dem Militärschlag gegen Afghanistan gewusst habe, dass die USA beabsichtigten, auch den Irak anzugreifen. Blair habe dies in der Öffentlichkeit jedoch immer bestritten. Die britische Regierung wies diese Darstellung zurück.

 

Downing-Street dementiert
Der Irak sei seit langer Zeit ein vorrangiges Thema der Außenpolitik gewesen und von den beiden Politikern bei fast allen ihren Treffen besprochen worden. "Unsere Position war immer klar: dass wir versuchen, über die Vereinten Nationen zu handeln, und dass eine Entscheidung für einen Militärschlag nicht getroffen wurde, bis alle andere Möglichkeiten im März vergangenen Jahres ausgeschöpft waren", sagte ein Sprecher Blairs der Zeitung.