Enduring War
08.11.2005
Der Deutsche Bundestag hat die Teilnahme der Bundeswehr am so genannten Anti-Terror-Krieg ("Enduring Freedom") für ein weiteres Jahr beschlossen.
In den kommenden zwölf Monaten dürfen demnach bis zu 2.800 Soldaten die Kontrolle der Schifffahrt vor den Küsten Somalias, des Jemen und des Oman übernehmen; ihr Landstützpunkt ist Djibouti, ein traditioneller Militärvorposten Frankreichs. Das Einsatzgebiet hat nach Angaben der Bundeswehr die achtfache Größe des deutschen Staatsgebiets und reicht von der Zufahrt zum Roten Meer (Bab al Mandab) bis zur Zufahrt zum Persischen Golf (Straße von Hormuz). Die deutschen Soldaten sind an Überwachung und Dokumentation des gesamten dortigen Seeverkehrs beteiligt ("Rasterfahndung auf See"), ihre Eingriffsrechte umfassen die Kontrolle der Ladung von Handelsschiffen sowie Zwangsmaßnahmen, sofern Beweise für die "Unterstützung terroristischer Organisationen" vorliegen. Gleiches gilt für den NATO-Einsatz im Mittelmeer ("Active Endeavour"), der ebenfalls Teil des so genannten Anti-Terror-Krieges ist; auch an ihm hatten Bundeswehreinheiten mitgewirkt. Der Bundestags-Beschluss deckt auch Kampfeinsätze der Spezialeinheit KSK ("Kommando Spezialkräfte") in Afghanistan, die unter absoluter Geheimhaltung durchgeführt werden. Derzeit sind vor der ostafrikanischen Küste rund 240 deutsche Militärs im Einsatz. Die Bundesregierung stellt dafür rund 107 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung.