CIA ignorierte deutsche Warnung vor Todespiloten  (t-news 13.8.03)

Der US-Geheimdienst CIA hätte die Terroranschläge vom 11. September verhindern müssen. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Autoren des "Stern", die für eine TV-Dokumentation der ARD ein ganzes Jahr recherchierten. Der deutsche Verfassungsschutz kannte die Todespiloten, amerikanische Behörden die Terrorpläne. Die US-Ermittler besaßen offenbar alle Informationen über die Attentate - waren aber nicht in der Lage, die Puzzleteile zusammenzusetzen.

Washington beschuldigt die deutsche Regierung
Nach den "Stern"-Recherchen hatte der deutsche Verfassungsschutz die CIA darüber informiert, dass einer der späteren Todespiloten Kontakt zum Terrornetzwerk El Kaida unterhielt. Der Untersuchungsausschuss in Washington hatte in seinem Bericht noch den Deutschen die Schuld in die Schuhe geschoben. Islamische Fundamentalisten seien nur eingeschränkt beobachtet worden. Die deutsche Regierung habe "islamische Gruppen nicht als Bedrohung empfunden und war unwillig, relevante Ressourcen auf das Ziel anzusetzen."


Verfassungsschutz hatte CIA informiert
Die "Stern"-Autoren räumen mit diesem Urteil auf: Der Verfassungsschutz habe Marwan Al Shehhi observiert, der später eine Boeing in den Südturm des World Trade Centers flog. Die Deutschen hätten der CIA seinen Namen, seine Nationalität und seine Handy-Nummer genannt und darauf hingewiesen, dass er engen Kontakt zu dem in Hamburg lebenden Haydar Zammar hatte. Zammar sei der CIA seit 1993 als Drahtzieher der El Kaida in Deutschland bekannt gewesen.

Der Fehler: CIA gab Informationen nicht an FBI weiter
Die CIA habe es aber versäumt, diese Informationen an das FBI weiterzugeben - so konnte Al Shehhi am 30. Mai 2000 in die USA einreisen und in Florida eine Pilotenausbildung absolvieren, heißt es in dem Film, der am Donnerstag um 23 Uhr in der ARD zu sehen ist. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe Zammar überwacht und sein Telefon abgehört. Als sich im Januar 1999 ein "Marwan" bei Zammar gemeldet habe, hätten die Verfassungsschützer ihre Ermittlungen ausgedehnt. Bereits zwei Monate später hätten sie sämtliche Informationen an die CIA weitergegeben.

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