CIA-Chef gesteht Halbwissen ein

In seiner mit Spannung erwarteten Rede hat CIA-Chef Tenet Rechenschaft über die Arbeit des Geheimdienstes abgelegt: Dabei gestand er ein, vor dem Irak-Krieg, nur teilweise genaue Kenntnisse über die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak gehabt zu haben. Es habe zum Teil auch widersprüchliche Informationen und unterschiedliche Analysen gegeben, sagte Tenet.

 

"Es ist noch nicht vorbei"
Die Suche nach Saddams Waffen sei aber noch nicht vorbei. Es sei noch immer nicht geklärt, in welchem Ausmaß und mit welchem Erfolg Iraks ehemaliger Diktator vor dem Krieg seine eindeutigen Pläne zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen umgesetzt habe, betonte Tenet.

"Saddam hat gelogen"
Klar aber war nach den Worten des CIA-Chefs, dass Saddam Hussein wiederholt über Massenvernichtungswaffen gelogen habe. Es habe eindeutige Belege dafür gegeben, dass es im Irak biologische und chemische Waffen gegeben habe. Ebenso habe es Belege gegeben über die Absichten von Saddam Hussein, auch nukleare Waffen zu entwickeln.

"Kein Druck auf CIA"
Tenet bestritt, dass der amerikanische Geheimdienst CIA in der Irak-Frage politisch unter Druck gesetzt worden sei, um den Irak-Krieg zu rechtfertigen. "Niemand hat uns gesagt, was wir sagen sollen".

 

Chefwaffensucher kritisiert Geheimdienste
Tenet widersprach vor allem dem vor kurzem zurückgetretenen US-Waffeninspekteur im Irak, David Kay. Dieser hatte vor einem Senatsausschuss gesagt, 85 Prozent der irakischen Waffenprogramme seien untersucht worden, ohne dass dabei Belege für die Existenz von Massenvernichtungswaffen gefunden worden seien. "Wir lagen wahrscheinlich alle falsch", hatte Kay gesagt und die Geheimdienste kritisiert.