Bush will Gründe für den Irak-Krieg nennen

Im Irak-Konflikt will Präsident George W. Bush Überzeugungsarbeit leisten. Bei seiner Rede an die Nation möchte er seinen Landsleuten klar machen, warum ein Krieg gegen den Irak notwendig werden könnte. Die Rede sei jedoch nicht mit einer Kriegserklärung gleichzusetzen, so das Weiße Haus. Bush verfolge in der Irak-Frage weiter den Weg der Diplomatie.

Irak-Gefahr betonen
Bush wird erneut auf die Bedrohung durch Iraks großes Arsenal von Massenvernichtungswaffen hinweisen, sagte ein Sprecher. Es wird nicht erwartet, dass Bush Iraks Präsident Saddam Hussein ein Ultimatum stellt. Auch sollen keine neuen Beweise vorgelegt werden. Bei seiner Rede vor beiden Kammern des Kongresses werde Bush auch für sein Wirtschaftsprogramm werben, welches das Wachstum der US-Wirtschaft ankurbeln soll.

Powell: Zwölf Staaten befürworten Krieg
Mindestens ein Dutzend Staaten würde einen Irak-Krieg auch ohne eine neue UN-Resolution unterstützen, behauptete US-Außenminister Colin Powell. "Es gibt eine ganze Reihe von Staaten, die bereits angedeutet haben, dass sie eine neue Resolution haben wollen, aber auch ohne eine Resolution uns beistehen würden", sagte Powell. "Ich könnte aus dem Stehgreif mindestens ein Dutzend (Staatennamen) herunterleiern." Konkrete Namen wollte er jedoch nicht nennen.

Irak kündigt Widerstand an
Der Irak hat den USA für den Fall eines Angriffs entschiedenen Widerstand angedroht. "Wir werden nicht unsere andere Wange hinhalten. Wir werden erbittert kämpfen", sagte der Vorsitzende der irakischen Nationalversammlung, Saadun Hammadi. Mit Blick auf den für Montag erwarteten Bericht der Waffeninspekteure fügte er hinzu: "Der Irak hat seit Jahren keine Massenvernichtungswaffen." Er warf den USA vor, ihr eigentliches Ziel sei die Kontrolle über die irakischen Ölfelder.

Kritik an Zeitaufschub für Inspektoren
Die USA haben zwei Tage vor dem Bericht der UNO-Waffeninspektoren an den Sicherheitsrat die Forderungen nach mehr Zeit für Inspektionen im Irak kritisiert. "Mehr Zeit wofür? Damit die Inspektoren was tun können? Was werden wir in zwei bis drei Monaten wissen, angesichts des höchstwahrscheinlich unkooperativen Verhaltens des Irak?" fragte US-Außenminister Colin Powell in einem Interview der britischen "Financial Times". In dem für Montag erwarteten Bericht werden die Inspektoren einem Sprecher zufolge erklären, dass die Zusammenarbeit des Iraks mit den Inspektoren ausreichend, aber auch deutlich verbesserungsfähig sei.

Solana fordert gründliche Kontrollen
Unterdessen findet die Forderung nach mehr Zeit für die UN-Waffeninspekteure im Irak immer mehr Unterstützer. Nach Deutschland und Frankreich plädiert auch der EU-Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, dafür. "Die Waffeninspekteure genießen unsere volle Unterstützung", sagte Solana der "Bild am Sonntag". "Deshalb müssen ihnen alle Instrumente und die Zeit gegeben werden, die sie benötigen, um ihre Kontrollen gründlich durchzuführen."

Forderung nach zweiter Resolution
Es sei "unbedingt erforderlich, dass Saddam Hussein besser mitarbeitet als in der Vergangenheit. Er muss nachweisen, dass er über keine Massenvernichtungswaffen mehr verfügt". Zugleich machte Solana deutlich, dass er vor einem möglichen Angriff auf den Irak eine weitere Resolution des UN- Sicherheitsrats für erforderlich hält: "Dies hat der Sicherheitsrat zu entscheiden. Aber ich bin der Meinung, dass es das Beste wäre, wenn wir eine zweite Resolution hätten."

USA: Kein monatelanger Aufschub
Nach US-Medienberichten will sich die Regierung von Präsident Bush einer Fortsetzung der Inspektion für eine Dauer von möglicherweise mehreren Wochen nicht widersetzen. Jedoch sollten die Kontrollen nicht noch drei oder vier Monate länger andauern, hieß es in der "New York Times" unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. UN-Chefinspekteur Hans Blix soll am Montag im Weltsicherheitsrat einen Bericht über die Kontrollen im Irak vorlegen.

 

 

US-Fernsehen berichtet über massive Angriffspläne

Zum Auftakt eines Irak-Kriegs sieht ein Plan des US-Verteidigungsministeriums einem US-Fernsehbericht zufolge den Abschuss von 300 bis 400 Marschflugkörpern an einem Tag vor, mehr als während des gesamten Golfkriegs 1991 abgefeuert wurden.

Ziel: Zerstörung des Kampfwillens
Der US-Fernsehsender CBS berichtete unter Berufung auf Verteidigungskreise, der Kampfplan mit dem Titel "shock and awe" (etwa: Schockieren und Ehrfurcht einflößen) konzentriere sich auf die psychologische Zerstörung des Kampfwillens des Feindes, weniger auf die physische Zerstörung seiner Armee. Das US-Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

TV: Drei - bis vierhundert Marschflugkörper pro Tag geplant
"Wenn das Pentagon bei seinem jetzigen Kriegsplan bleibt, werden die Luftwaffe und die Marine an einem Tag im März zwischen drei- und vierhundert Marschflugkörper auf Ziele im Irak abfeuern - mehr als in den gesamten 40 Tagen des ersten Golfkriegs gestartet wurden", heißt es in dem CBS-Bericht. "Für den zweiten Tag sieht der Plan den Start von weiteren drei- bis vierhundert Marschflugkörpern vor."

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