Bush: Angriff des Irak würde US-Wirtschaft lahm legen (t-online 1.1.03)

George W. Bush lässt nicht locker. Um einen möglichen Krieg gegen den Irak zu rechtfertigen, hat der US-Präsident einen neuen Grund aus dem Hut gezaubert: "Ein Angriff von Saddam Hussein oder eines Vertreters von Saddam Hussein würde unsere Wirtschaft lahm legen", sagte Bush auf seiner Farm in Texas auf die Frage nach den Kosten eines Irak-Kriegs und deutete damit an, dass die USA dem Irak zuvorkommen müssten. Zugleich betonte er, die USA strebten eine friedliche Lösung aller derzeitigen Konflikte an. Den Aufmarsch am Golf setzte der US-Präsident indes fort.

Irak-Sanktionen - Vom Sicherheitsrat verschärft

"Wirtschaft kann sich Angriff nicht leisten"
Die US-Wirtschaft, die auch in Zukunft stark und widerstandsfähig bleiben solle, könne sich einen irakischen oder von Irak unterstützten Angriff nicht leisten, sagte Bush weiter. In Regierungskreisen ist in der Vergangenheit die Befürchtung geäußert worden, Irak könne die USA angreifen oder extremistische Gruppen mit Waffen versorgen, damit sie die USA angriffen. Den von Irak auf Verlangen der Uno vorgelegten Bericht über seine Rüstungsprogramme nannte Bush "wenig hilfreich".

Irak-Krieg soll über 60 Milliarden Dollar kosten (das nutzt natürlich der Wirtschaft - Kommentar webmaster)
Aus US-Regierungskreisen verlautete, die Regierung gehe davon aus, dass sich die Kosten eines militärischen Vorgehens gegen Irak auf bis zu 61 Milliarden Dollar belaufen könnten. Diese Summe sei auch für den Irak-Krieg 1991 aufgewendet worden. Das US-Präsidialamt erklärte, es sei zu früh, über Kosten eines eventuellen Krieges gegen Irak zu spekulieren.

USA verlegen Tausende Soldaten in Golf-Region
Mit der größten Verlegung von Bodentruppen an den Persischen Golf seit dem Irakkrieg von 1991 setzen die USA ihren Aufmarsch in der Region weiter fort. Nach US-Medienberichten wurde die auf einen Wüstenkrieg spezialisierte 3. Infantrie-Division in Alarmbereitschaft für eine Entsendung in die Golf-Region versetzt. Mit der Verlegung der etwa 15.000 Soldaten werde in den kommenden Tagen begonnen, hieß es.

Blair stimmt Briten auf Krieg ein
Bushs enger Verbündeter Blair stimmte die Briten in seiner Neujahrsansprache auf schwere Zeiten ein. "Ich kann mich nicht an Zeiten erinnern, in denen Großbritannien gleichzeitig mit einer solchen Breite von schwierigen und in manchen Fällen gefährlichen Problemen konfrontiert war", sagte er. Blair sprach von der Aussicht auf einen Einsatz britischer Truppen, sollte Irak "weiterhin internationales Recht verletzen und bei der Entwaffnung scheitern".

Annan zeigt sich zufrieden
UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte dem israelischen Armee-Rundfunk, die Uno-Waffeninspektoren seien in der Lage, ungehindert ihre Arbeit im Irak zu tun. "Daher sehe ich (vor dem 27. Januar) keine Grundlage für ein militärisches Vorgehen." Am 27. Januar sollen die Inspektoren dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ihren Bericht über ihre Arbeit vorlegen. Annan sagte, möglicherweise würden sie vorher noch einen Zwischenbericht abgeben.

Saddam will Bilanz ziehen
Die irakische amtliche Nachrichtenagentur Ina berichtete, Irak habe Chefinspektor Blix zu einem Gespräch nach Bagdad eingeladen, bei dem eine Zwischenbilanz der bisherigen Ermittlungen gezogen werden solle. Der Besuch sollte noch im Januar vor Abgabe des Uno-Inspektionsberichts stattfinden.

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