Bush äußert Verständnis für Schröders Irak-Kurs

Bush und Schröder während eines früheren Treffens (Foto: dpa)
Bush und Schröder während eines früheren Treffens (Foto: dpa)
US-Präsident George W. Bush hat kurz vor seinem geplanten Treffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder versöhnliche Töne angeschlagen. Dass Deutschland gegen den Irak-Krieg war, scheint ihn inzwischen nicht mehr zu verärgern.

 

Bush: Schröder war im Wahlkampf
Schröder habe sich damals im Wahlkampf befunden und die Deutschen seien auf Grund ihrer Vergangenheit Pazifisten, sagte Bush dem Nachrichtensender Fox News. Zudem hätten die Deutschen Saddam Hussein nicht als einen so bösen Menschen angesehen wie viele andere es getan hätten, erklärte Bush.

 

Engagement in Afghanistan gelobt
Der Kanzler habe deshalb die Entscheidung getroffen, keine Truppen zu entsenden. Nun aber seien die Deutschen bereit, Polizisten im Irak auszubilden und sie spielten eine aktive Rolle in Afghanistan. Diese Unterstützung schätze er und deshalb freue er sich auf das Gespräch mit Schröder.

 

Deutsch-amerikanische Eiszeit Der Konflikt in Zitaten

 

Schröder in New York eingetroffen
Bushs Äußerungen dürften die deutsche Delegation, die inzwischen in New York eingetroffen ist, in Sektlaune versetzt haben. Der Kanzler wird von Außenminister Joschka Fischer begleitet. Für heute und morgen sind sehr viele Termine angesetzt. Gerhard Schröder will sich zunächst mit UN-Generalsekretär Kofi Annan treffen und mit ihm über eine Reform der Weltorganisation sprechen. Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat an.

 

Erstes direktes Treffen nach 16 Monaten
Anschließend will Schröder Bushs Rede vor der UN verfolgen. Am Abend gibt Schröder einen Empfang aus Anlass des deutschen UN-Beitritts vor 30 Jahren, bevor er sich schließlich am Mittwoch mit Bush trifft. Dieses Zusammentreffen ist das erste direkte Gespräch zwischen beiden Regierungschefs seit 16 Monaten.

 

Bush will Irak-Entscheidung verteidigen
Bush kündigte vor seiner Rede an, er wolle darin deutlich machen, dass es richtig gewesen sei im Irak Krieg zu führen. Die Welt sei ohne Saddam Hussein besser dran. Das gelte unabhängig davon, ob die Welt mit den Handlungen der USA einverstanden gewesen sei. Es sei nun an der Zeit, wieder im Irak und in Afghanistan bei der Bekämpfung von Aids und Hunger zusammenzuarbeiten