Blix: Kooperation des Irak hat sich verbessert

Die UN-Chefwaffeninspekteure Hans Blix und Mohammed el Baradei haben sich vor dem Weltsicherheitsrat grundsätzlich positiv über den Verlauf der Inspektionen im Irak geäußert. Seit Ende Januar habe der Irak seine Initiativen zur Kooperation "beschleunigt", berichtete Blix. Es habe nicht unbedingt die von den UN geforderte umgehende Zusammenarbeit Bagdads gegeben, aber eine aktive Kooperation. Bei ihren Kontrollen verdächtiger Stätten seien die UN-Mitarbeiter mit "relativ wenig Schwierigkeiten" konfrontiert gewesen, so Blix.

Keine Hinweise auf ABC-Waffen-Produktion
Laut Blix haben die Waffeninspektoren bislang keine Hinweise darauf, dass der Irak unterirdisch chemische und biologische Waffen produziert. Es gebe aber Unklarheiten darüber, was mit ABC-Waffen passiert sei, von denen das Saddam-Regime behauptet, es habe sie zerstört.

Befragungen auf neutralem Boden geplant
Dazu wollen die UN-Chefinspekteure Blix und sein Kollege Mohammed el Baradei irakische Wissenschaftler außerhalb des Landes befragen. Blix sagte, seine Inspekteure hätten inzwischen zehn Forscher befragen können, ohne dass diese Tonbandaufnahmen von dem Gespräch aufnahmen, sieben davon in der vergangenen Woche.

Lob für Zerstörung von Raketen
Die angelaufene Vernichtung von Al-Samoud-Raketen würdigte Blix als "substanzielle Abrüstung". Es handele sich dabei tatsächlich um die erste Zerstörung tödlicher Waffen im Irak seit Anfang der 90er Jahre. Er wies aber zugleich darauf hin, dass der Irak die Raketenzerstörung am Freitag ausgesetzt habe. Er hoffe, dies sei nur eine vorübergehende Maßnahme. Bagdad hatte zuvor erklärt, es werde die Vernichtung von Raketen einstellen, wenn ein US-Angriff unmittelbar bevorstehe.

Blix fordert erneut mehr Zeit
Blix sprach sich dafür aus, die Waffeninspektionen im Irak noch einige Monate fortzusetzen. Selbst wenn Bagdad uneingeschränkt "pro-aktiv" mit den Inspekteuren zusammenarbeite, bräuchten diese für die Erfüllung ihres Auftrags noch Zeit. Es gehe dabei nicht um Jahre, aber auch nicht nur um Tage, sondern um mehrere Monate.

zurück