Armitage: Wir haben ein Sicherheitsproblem

Die USA sind im besetzten Irak "in einen Aufstand verwickelt, und das ist ziemlich nahe an einem Krieg". So beurteilt der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage die Lage vor Ort. Er gestand ein, dass es ein Sicherheitsproblem gibt. Dennoch gab er sich optimistisch: "Ich bin zugleich davon überzeugt, dass wir einen sehr handfesten Plan haben, um diese Leute zu kriegen, die uns und die Iraker töten."

Aktion gegen Aufständische
Das amerikanische Militär ging in Tikrit gegen aufständische Kräfte vor. Mindestens fünf Iraker wurden dabei getötet und 16 Personen festgenommen. Der arabische Fernsehsender El Dschasira berichtete, eine vor zwei Wochen aufgehobene nächtliche Ausgangssperre sei erneut verhängt worden.

 

Kampfhubschrauber abgestürzt
In der Nähe der Stadt war zuvor ein US-Kampfhubschrauber abgestürzt. Die sechs Insassen kamen ums Leben. Offiziell ist die Ursache derzeit noch unklar; Angehörige der in Tikrit stationierten 4. US-Infanteriedivision gehen aber davon aus, dass der Helikopter von Aufständischen abgeschossen worden ist.

Zwei Tote in Falludscha
Zwei weitere US-Soldaten wurden durch einen Sprengsatz in Falludscha getötet. Ein Soldat wurde verletzt, bestätigte eine Sprecherin des US-Militärkommandos in Bagdad. Die Opfer waren in einem Konvoi unterwegs. US-Truppen hätten danach mehrere Verdächtige in der westlich von Bagdad gelegenen Stadt festgenommen.

 

Saddam-Leibwächter festgenommen
In der Umgebung der nordirakischen Mosul wurden sieben Männer festgenommen, die verdächtigt werden, an Angriffen auf US-Truppen beteiligt gewesen zu sein. Dies trifft auch auf einen ehemaligen Leibwächter des entmachteten Diktators Saddam Hussein zu, den US- Einheiten in Kirkuk festnahmen.

 

IKRK zieht Konsequenzen
Wegen der angespannten Sicherheitslage im Irak schließt auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vorübergehend seine Büros in Bagdad und Basra. Der Rückzug ist eine Reaktion auf den Selbstmordanschlag vom 27. Oktober auf die IKRK-Zentrale in Bagdad, bei dem zwei irakische Wachleute getötet worden waren.

Rückzug in den Nordirak
IKRK-Präsident Jakob Kellenberger sagte dem Zürcher "Tages-Anzeiger", das IKRK bleibe jedoch im Nordirak präsent. Die künftige Tätigkeit wird sich auf Besuche von Gefangenen, die Herstellung von Kontakten zu den Familien sowie humanitäre Nothilfe in den Bereichen Wasser und Medizin beschränken.

US-Soldaten sollen abgezogen werden
Die USA verhandeln derzeit mit mehreren Ländern über eine Entsendung von Truppen in den Irak im kommenden Jahr. Sie wollen im Laufe der kommenden sechs Monate ein Viertel ihrer Soldaten aus dem Land abziehen. Die Truppenstärke soll nach Angaben von Vizegeneralstabschef Peter Pace bis Mai um 30.000 auf 100.000 Mann sinken.