US-Truppen offenbar schon auf dem Vormarsch

US-geführte Streitkräfte sind offenbar in die entmilitarisierte Zone an der irakisch-kuwaitischen Grenze vorgerückt. Der Einmarsch soll gegen 11 Uhr (9 Uhr MEZ) erfolgt sein. Weitere US-Konvois seien auf dem Weg nach Umm Kasr am östlichen Teil der Grenze. Das berichtet der arabische TV-Sender El Dschasira. Ein Mitarbeiter des kuwaitischen Innenministeriums bestätigte: "Das Vorrücken hat begonnen. Es gibt Aktivitäten in der entmilitarisierten Zone. Sie haben vorgeschobene Stellungen eingenommen".

NY Times: Riesige Phalanx von tausenden Militärfahrzeugen
Ein Korrespondent der amerikanischen Tageszeitung "New York Times" berichtete, in der Nacht seien an der irakisch-kuwaitischen Grenze Tausende von Truppentransportern, Schützenpanzern und Abrams-Kampfpanzern vorgefahren. Sie stünden dort "Schulter an Schulter in einem riesigen nordwärts gerichteten Bogen". Pioniereinheiten seien dabei, die Grenzbefestigungen einzureißen. Der Himmel über dem nördllichen Kuwait sei so überfüllt mit Kampf- und Transporthubschraubern, dass die Truppenführung den Meteorologen sogar untersagt habe, Wetterballons steigen zu lassen, um einen heran nahenden Sandsturm zu überwachen.

Angeblich britische Soldaten beteiligt
Die britischen Sender BBC und Sky News berichteten zudem unter Berufung auf kuwaitische Sicherheitskreise, an dem Vormarsch seien auch britische Soldaten beteiligt gewesen.

Keine Bestätigung durch US-Militär
Der Bericht wurde umgehend von einem Sprecher der US-Streitkräfte dementiert. Dies berichtet die britische BBC. Auch ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums sagte, er könne den TV-Bericht nicht bestätigen. Die britischen Streitkräfte in Kuwait hätten lediglich bestätigt, dass sie an vorderster Front Stellung bezogen hätten.

Uno beendete Kontrolle am Montag
Die entmilitarisierte Zone umfasst einen fünf Kilometer breiten Streifen auf kuwaitischer und einen zehn Kilometer breiten Streifen auf irakischer Seite. Es blieb zunächst unklar, wie weit die Streitkräfte in diesen Bereich vorgerückt sind. Die für die Überwachung der Zone zuständigen Beobachter der Vereinten Nationen (Uno) hatten das Gebiet am Montag verlassen. Kleine Einheiten von Pionieren der Streitkräfte sollen die Grenzzäune bereits abmontiert haben.

Positive Reaktionen an den Aktienmärkten
Die Aktienmärkte reagierten mit Zuwächsen auf die Nachricht. Der Deutsche Aktienindex Dax stieg um rund zwei Prozent. Ein Händler sagte: "Dieser Vorstoß der US-geführten Streitkräfte zeigt, dass Krieg in wenigen Stunden beginnt und die Unsicherheit über den Beginn des Konflikts aus den Märkten nimmt."

 

Irakischer Parlamentspräsident weist "Unverschämtheit" zurück
Der irakische Parlamentspräsident Saadun Hammadi wies unterdessen das Kriegs-Ultimatum der USA zurück. "Wir weisen diese Unverschämtheit und diese Aggression zurück und verurteilen sie", sagte er zum Auftakt einer Sondersitzung des Nationalrates am Mittwoch. Irak könne keine Befehle hinnehmen, schon gar nicht von der US-Regierung.