USA: Uno bekommt keine zentrale Rolle im Irak

Die USA wollen auch nach Ende des Irak-Krieges den Vereinten Nationen keine zentrale Rolle beim Wiederaufbau des Landes zugestehen, obwohl dies von den meisten Staaten der Welt gefordert wird. Die einflussreiche Beraterin von US-Präsident George W. Bush, Condoleezza Rice, relativierte damit eine Aussage von Außenminister Colin Powell, der von einer Zusammenarbeit gesprochen hatte.


"Irak ist nicht Ost-Timor"
Die Führungsrolle beim Wiederaufbau des Irak steht laut Condoleezza Rice nicht den UN, sondern den USA zu. "Es ist nur natürlich, zu erwarten, dass die alliierten Kräfte die leitende Rolle haben werden, nachdem sie sich an der Befreiung des Irak beteiligt und dafür Leben und Blut geopfert haben", zitierten US-Medien die Beraterin. "Irak ist nicht Ost-Timor, Kosovo und Afghanistan", fügte Rice den Berichten zufolge mit Blick auf die dortige zentrale Rolle der UN hinzu.

Powell spricht von Zusammenarbeit
Am Freitag hatte Powell in Washington erklärt, die USA arbeiteten "hart" an Plänen für die künftige irakische Struktur. Die amerikanische Regierung stünde am Beginn eines pragmatischen Dialogs darüber, "was die angemessene Rolle der UN sein sollte". Die Kriegsgegner vor Beginn der Invasion, darunter Russland, Frankreich und Deutschland, fordern vehement, dass der politische und wirtschaftliche Wiederaufbau unter der Regie der UN laufen soll.

Bush-Versprechen an Iraker
US-Präsident George W. Bush hat unterdessen bekräftigt, dass die alliierten Kräfte im Irak nicht auf halber Strecke Halt machen würden. "Die irakische Bevölkerung hat mein Versprechen: Unsere Kampftruppen werden weiter vorwärts drängen, bis die Unterdrücker weg sind und das ganze Land frei ist", sagte Bush in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. Kein Verbrechen, das vom "sterbenden" irakischen Regime begangen werde, könne die Alliierten von ihrer Aufgabe abbringen.

dpa