24.12.2002
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Magazin
  Kock ruft Christen zum Aufstehen gegen drohenden Irak-Krieg auf
 
  Auch Bischof Huber für friedliche Lösung
 
  Der EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock hat die Christen angesichts des drohenden Krieges in Irak zum Aufstehen für den Frieden aufgerufen. "Der Weg der Menschheit muss ein Friedensweg sein", so der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD). Er wünsche sich vor allem, "dass die Bundesregierung stark genug ist zu verhindern, dass wir uns an dem Krieg beteiligen."
 
  Auch der evangelische Bischof Wolfgang Huber plädierte zu Weihnachten für eine friedliche Lösung des Konflikts. Kock mahnte als zwei Voraussetzungen für eine funktionierende Gesellschaft Mitmenschlichkeit und Verantwortung an.
  Kritik am Prinzip des Egoismus
     Die Freiheit des Einzelnen müsse gepaart sein mit der Verantwortung für das Ganze. Die Tendenz des derzeitigen Wirtschaftens in Deutschland gehe leider vom Prinzip des Egoismus aus, nach dem Motto: Jeder für sich selbst. "Das ist ein großer Irrtum", kritisierte der Ratsvorsitzende. Die Gesellschaft werde "noch die Folgen zu spüren bekommen von einer Wirtschaftsmentalität, die nur mit dem Ellenbogen arbeitet".
  Der evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Huber, sagte angesichts des Irak-Konflikts, die Bemühungen der Vereinten Nationen müssten gestärkt werden, die Krise "anders als mit einem großen unkalkulierbaren Krieg in den Griff zu bekommen". Es gehe darum, den Ausbruch von Gewalt zu verhindern, aber auch demjenigen, der Recht breche und der Gewaltmittel anhäufe, das Handwerk zu legen. Ein Krieg gegen Irak könne "verheerende Auswirkungen" auf die Lage im Nahen Osten und insbesondere auf die Situation von Israel haben.
  Wissen warum "Weihnachten" ist
      Huber kritisierte im SWR auch die Kommerzialisierung des Weihnachtsfests, wandte sich aber dagegen, "Geschenke madig zu machen", wenn dabei der Sinn und Inhalt des Weihnachtsfestes nicht verloren gehe. Besorgt zeigte sich Huber darüber, dass die Hälfte der Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren nicht mehr wüssten, warum Weihnachten gefeiert werde.
 

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