Der Krieg geht weiter!!!

 

 

(Foto: AP / Plinio Lepri)

13. März 2002: Papst Johannes Paul II. empfängt während der Generalaudienz im Vatikan eine Delegation der italienischen Luftwaffe.

 


Erster Tag der Sicherheitskonferenz in München    2./3. Febr. 2002
Irak rückt stärker ins Visier der USA

Die USA konzentrieren sich im Kampf gegen den internationalen Terrorismus offenbar verstärkt auf den Irak. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz wurde am Samstag zugleich deutlich, dass die Vereinigten Staaten wegen ihrer technologischen Überlegenheit bei Kampf-Einsätzen nicht unbedingt auf die militärische Unterstützung der anderen Nato-Partner setzen.

Deutsche Politiker gegen Irak-Einsatz
Führende deutsche Politiker lehnten ein Eingreifen im Irak ab. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) sagte, es gebe keine militärischen Planungen gegen das Land von Diktator Saddam Hussein. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) forderte in seiner ersten außenpolitischen Rede als Kanzlerkandidat der Union von Deutschen und Europäern mehr Verantwortung für den Weltfrieden und eine Erhöhung des deutschen Verteidigungsetats.

Irak ist "nächste Front"
US-Senator John McCain hatte zuvor erklärt, nach Afghanistan sei der Irak die "nächste Front". Dann seien erneut "amerikanische Stiefel auf dem Boden" erforderlich, auch wenn dies mehr Opfer geben könne als in Afghanistan. Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz erklärte dazu am Rande der Konferenz, es sei noch keine Entscheidung über das weitere Vorgehen gefallen. Vor den Teilnehmern hatte er gesagt, ein guter Angriff sei die beste Verteidigung. "Wir stehen im Krieg." Die USA vermuten, dass im Irak Massenvernichtungswaffen produziert werden.

Kritik an den USA
Ein weiteres Thema der Tagung war die Zukunft der Nato. Stoiber kritisierte, die technologische Lücke zwischen Europa und den Vereinigten Staaten sei viel zu groß. Scharping bemängelte, dass die USA sich weitgehend einem Technologie-Transfer verschlössen. Der frühere US-Verteidigungsminister William Cohen sagte: "Je größer die Lücken sind, umso weniger sehen die USA die Notwendigkeit, ihre europäischen Partner um Hilfe zu bitten

 

 

Krieg gegen den Terror
Aktionen in Somalia geplant

US-Hubschrauber in Afghanistan (Foto: dpa)Der von den USA geführte internationale Kampf gegen den Terrorismus soll nach Angaben aus gut unterrichteten Kreisen auf Somalia ausgeweitet werden. Die Frage sei nicht mehr, ob dort eingegriffen werde, sondern nur noch wann und mit welchen Mitteln, hieß es nach einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. In Somalia sollen sich Mitglieder der El-Kaida-Organisation von Osama bin Laden aufhalten.

Nato nur indirekt beteiligt
Die Nato selbst ist bisher nur in geringem Umfang an den derzeitigen Militäreinsätzen beteiligt. Sie ersetzt Flugzeuge und Schiffe, die die USA für die Operationen in Afghanistan benötigen.

McCain: Irak ist "nächste Front"
Der US-Senator John McCain nannte in München als "nächste Front" bereits den Irak. Von dem Diktator Saddam Hussein gehe die Gefahr der Entwicklung und des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen aus. "Ein Terrorist residiert in Bagdad", sagte er. Auch in der nächsten Phase des Kampfes seien "amerikanische Stiefel auf dem Boden" erforderlich, auch wenn dies mehr Opfer fordern könne als in Afghanistan.

5. März  2002    Alliierte schicken erneut Truppen an die Front
"Operation Anaconda" läuft auf Hochtouren

Die Anti-Terror-Koalition hat neue afghanische Soldaten zur Verstärkung ihrer Offensive im Osten des Landes an die Front geschickt. Massiv unterstützt wurde die "Operation Anaconda" von Bombern und Kampfflugzeugen der US-Luftwaffe. Zurückkehrende afghanische Kämpfer berichteten von anhaltenden Gefechten in der Region. Die eingeschlossenen Taliban- und El-Kaida-Kämpfer seien umzingelt, ihre Lage sei aussichtslos.

Bombentreffer (Foto:ddp)"Ausräuchern" der Höhlenverstecke
Hunderte afghanische Soldaten zogen den Ring um die labyrinthartigen Höhlensysteme im Kampfgebiet bei Schah-e-Kot enger, wo sich Hunderte Taliban- und El-Kaida-Kämpfer mitsamt ihren Familien verschanzt halten sollen. Ziel der "Operation Anaconda" - der bislang größten Luft- und Bodenoffensive des Kriegs unter Führung der USA - ist es, die Taliban- und El-Kaida-Kämpfer aus ihren Höhlenverstecken zu drängen und ihnen mögliche Fluchtwege nach Pakistan abzuschneiden.

Bush bekräftigt Entschlossenheit
Ihren Codenamen erhielt die Operation nach der Riesenschlange, die ihre Opfer erwürgt. Es ist das erste Mal seit Kriegsbeginn vor fünf Monaten, dass auch konventionelle US-Truppen bei einer Bodenoffensive mitkämpfen. Am Montag waren beim Abschuss zweier US-Hubschrauber im Osten Afghanistans sieben amerikanische Soldaten ums Leben gekommen und 40 weitere verletzt worden. US-Präsident George W. Bush bekräftigte dennoch seine Entschlossenheit zur Fortsetzung des Krieges.

Offensive erfolgreich gestartet
General Tommy Franks, Chef des US-Zentralkommandos, erklärte, dass bislang schätzungsweise 100 bis 200 feindliche Kämpfer getötet worden seien. Mehrere Personen, darunter auch El-Kaida-Mitglieder, seien in Gefangenschaft geraten. Zielgebiet der Operation sei ein rund 150 Quadratkilometer großes Gebiet südlich der Stadt Gardez. Die Offensive werde von Kampfflugzeugen und Bombern der Typen F-15, B-1, B-52, AC-130 und A-10 sowie von französischen Mirage-2000-Kriegsflugzeugen unterstützt.

Kämpfe in Afghanistan - Deutsche KSK-Soldaten beteiligt

 Scharping rechtfertigt Informationspolitik
Über den Kampfeinsatz deutscher KSK-Soldaten in der Region um Gardez äußerte sich von Butler nicht. Deren Einsatz sei von ISAF völlig getrennt, sagte er. Verteidigungsminister Rudolf Scharping rechtfertigte unterdessen die zurückhaltende Informationspolitik der Bundesregierung zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. Die Sicherheit der Soldaten habe "höchste Priorität". Die Situation der Truppe in Afghanistan sei unverändert. Die Bundeswehr unterstütze weiter den Transport von Verletzten zwischen Kabul und Bagra.

Deutsche Soldaten seien in Sicherheit
Brigadegeneral Carl Hubertus von Butler, Kommandeur des deutschen Truppenkontingents in Afghanistan, stufte die Lage der Bundeswehr in Kabul, trotz der Offensive in Ostafghanistan, als sicher ein. Die Bundeswehr sei auf Gefahren und Risiken eingestellt. Das Camp in Kabul werde rund um die Uhr strengstens bewacht. Hinweise auf mögliche Terroranschläge gegen die Deutschen hätten sich nicht bestätigt, sagte von Butler dem ZDF.


6.3.2002

Widerstand von El Kaida in Afghanistan ungebrochen
Alliierte erwägen Aufstockung der Schutztruppe

Britischer Soldat der ISAF in Kabul (Foto: AP)Die internationale Schutztruppe in Afghanistan soll möglicherweise vergrößert werden. Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten erwägen offenbar, die Stärke auf 9.000 Soldaten zu verdoppeln. Wie westliche Diplomaten in New York erklärten, soll auch geprüft werden, ob das Einsatzgebiet der Truppe von Kabul und Umgebung auf andere Städte Afghanistans ausgeweitet werden kann.

 

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