Junge Welt

14.03.2009 / Inland / Seite 1Inhalt

Mehr als 6 000 getötete Bundeswehrsoldaten

Verteidigungsministerium: Seit 1955 fast 3000 Tote im Dienst und mehr als 3400 Selbstmorde

Seit Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955 sind 2990 Menschen während der Ausübung ihres Dienstes getötet worden. Im vergangenen Jahr starben nach einer am Freitag erstmals vom Bundesverteidigungsministerium in Berlin veröffentlichten Statistik 17 Soldaten im Dienst, fünf mehr als 2007. Die Zahl der Selbstmorde von Soldaten seit 1957 betrug demnach 3417. Damit liege die Suizidrate bei den Soldaten niedriger als die entsprechende Rate der männlichen Bevölkerung in Deutschland insgesamt, hieß es.

Im Dienst verletzt wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 6450 Bundeswehrangehörige. 2007 waren es 5130 gewesen. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2000 203 Soldaten getötet und rund 69000 Soldaten verletzt. In den 90er Jahren waren 256 getötete Soldaten und rund 139000 Verletzte gezählt worden. Die Gesamtzahl der seit Gründung der Bundeswehr verletzten Soldaten liegt bei mehr als 1,1 Millionen. In dieser Zeit dienten mehr als neun Millionen Menschen in der Armee als Soldat oder Soldatin.

Bei Auslandseinsätzen starben bislang 76 Angehörige der Bundeswehr, darunter 26 bei Unfällen, fünf bei Unfällen mit Schußwaffen und 14 durch Anschläge. 31 Menschen kamen im Ausland durch natürlichen Tod, Suizid oder beim Umgang mit Feldmunition ums Leben. Ingesamt wurden rund 55000 Menschen bei Auslandseinsätzen verletzt, im Jahr 2008 allein 5801. Darunter waren bis 2008 insgesamt 243 Soldaten, die durch Waffeneinwirkung verletzt wurden, allein im Jahr 2008 waren es 18.

Auch über die Selbsttötungen in der Bundeswehr gibt die Statistik einen Überblick: Von den 3417 Suizidfällen seit 1957 entfielen 1408 auf die 70er Jahre. In den 90er Jahren nahmen sich 510 Menschen das Leben, seit der Jahrtausendwende 290. 18 Selbstmorde in der Bundeswehrgeschichte gab es während eines Auslandseinsatzes.

Zur Zahl der von Bundeswehrsoldaten getöteten oder verletzten Menschen wurden vom Verteidigungsministerium keine Angaben gemacht.

(AFP/jW)